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descriptionBeine
Bindegewebsschwäche, Bewegungsmangel und Übergewicht verändern die Venen gefährlich. Krampfadern entstehen und Gewebe kann absterben.
descriptionUltraschallgerät
Dicke, schmerzende Beine, Besenreiser und Krampfadern sind typische Zeichen für Venenprobleme. Mit Ultraschall erkennt der Arzt, was die Ursache ist.
descriptionKastanien
Schwache Venen kann man stärken – von innen und außen, mit Heilpflanzen, Enzymen, Wasseranwendungen und speziellen Druckverbänden.
descriptionInfusionskanüle
Große Schnitte sind nicht mehr nötig: Verödungsschaum, Stripping, Laserstrahl oder Radiowellen lassen kranke Venen verschwinden.
descriptionSportschuhe schnüren
Bewegung, Abnehmen und öfter mal die Beine hochlegen – diese Maßnahmen helfen, eine Venenerkrankung zu vermeiden oder ihr Fortschreiten hinauszuzögern.
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Riskanter Druck in den Beinen

Venentonisierende Medikamente können bei Venenschwäche andere Behandlungsmaßnahmen wie eine Kompressionstherapie unterstützen. Besteht jedoch bereits eine Venenerkrankung, sollte man besser zuerst den Arzt befragen, bevor man eine Selbstmedikation einleitet.

Im Überblick



Hilfe von innen für kranke Venen

Der Verlauf von Venenerkrankungen sollte immer durch einen Arzt kontrolliert werden. Wichtig ist es, bei einer Verschlechterung des Krankheitsbildes sofort zu reagieren. Ist die Diagnose sicher und die Ursache bekannt, kann man nach Rücksprache mit dem Arzt auch selbst behandeln. Doch auch dann gibt es einiges zu beachten.

Bei den Medikamenten unterscheidet man innerlich und äußerlich anwendbare Venenmittel. Präparate zur äußeren Anwendung regen die Blutzirkulation an. Sie enthalten teilweise die gleichen Wirkstoffe wie jene Präparate, die auch innerlich zur Anwendung kommen. Eingenommen haben viele Wirkstoffe eine stärkere Wirkung. Sie sollen Schwellungen und schweren Beine entgegenwirken.
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Saponine dichten Blutgefäße ab

Zum Einnehmen eignen sich Pflanzenextrakte aus Rosskastanie, stechendem Mäusedorn oder rotem Weinlaub. Ihre Wirkstoffe (Saponine aus Rosskastaniensamen und stechendem Mäusedorn und Flavonoide (zum Beispiel Rutoside) aus rotem Weinlaub) dichten die Blutgefäße ab und beugen Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe vor. Gleichzeitig wirken sie entzündungshemmend. Die positive Wirkung bei Venenbeschwerden ist wissenschaftlich belegt.  

Auch Enzympräparate können gegen Venenbeschwerden eingenommen werden. Sie sollen entzündliche Prozesse lindern. Unter ihrem Einfluss sollen sich auch Flüssigkeitseinlagerungen beziehungsweise Schwellungen im Gewebe besser zurückbilden. Außerdem wird ihnen ein positiver Einfluss auf die Fließeigenschaften des Bluts zugeschrieben. Allerdings liegen zurzeit keine ausreichenden wissenschaftlichen Daten zur Wirksamkeit der Enzymtherapie bei Venenerkrankungen vor.

Vorsicht bei Enzympräparaten
Venenwirksame Mittel müssen über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, bevor man eine Wirkung feststellen kann. Es ist sinnvoll, sich an die Dosierungsempfehlungen zu halten, damit die gewünschten Effekte erzielt werden können. Bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente, müssen mögliche Wechselwirkungen beachtet werden. Die Wirkstoffgruppe der Saponine aus Rosskastanie (Aescin) und stechendem Mäusedorn (Ruscogenine) können in seltenen Fällen Magen-Darm-Beschwerden verursachen.


Vielfach werden Enzympräparate zur Linderung der Beschwerden bei Venenschwäche eingesetzt. Enzympräparate nehmen Einfluss auf die Blutgerinnung. Deshalb dürfen sie nicht vor Operationen angewandt werden. Menschen mit Blutgerinnungsstörungen sollten aus demselben Grund keine Enzympräparate einnehmen. Enzyme können auch die Wirkung von blutverdünnenden Medikamenten verstärken. Außerdem kann es bei der gleichzeitigen Einnahme von Tetrazyklinen zu einer Wirkungsverstärkung der Antibiotika kommen.
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Schüßler Salze bei Venenschwäche

Aufgelistet sind die typischen Merkmale oder Hinweise und die eingesetzten Schüßler Salze: Ein wissenschaftlicher Nachweis über die Wirksamkeit dieser Behandlung steht zurzeit noch aus. In den Leitlinien wird eine Therapie mit Schüßler Salzen nicht empfohlen.
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Das hilft von außen

Die meisten Venenmittel sollen zwei- bis dreimal täglich angewandt werden. Optimal ist es, wenn Zeit für eine Streichmassage gegeben ist. Dabei werden Creme, Salbe oder Gel vom Fuß Richtung Oberschenkel mit streichenden Bewegungen in die Haut einmassiert. Die Massage unterstützt den Bluttransport zum Herzen. Bei frischen Venenerkrankungen und akuten Thrombosen sollte man allerdings auf Massagen verzichten und lediglich einen Salbenverband anlegen.

Die Beine abschwellen lassen
Arnika hemmt Entzündungsprozesse und lindert ebenfalls die Symptome angeschwollener Beine. Blutegel-Extrakte und Heparin wirken gerinnungshemmend, abschwellend und verbessern die Fließeigenschaft des Bluts. Auch Extrakte aus Rosskastanie und rotem Weinlaub können äußerlich angewandt werden. Vor allem in Verbindung mit einer Massage wirken Cremes und Gele angenehm lindernd.
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Kneipp-Anwendungen für die Venen

Wechselduschen sind bei Krampfadern (Varizen) und anderen Venenleiden oft sehr wirkungsvoll. Durch den Wechsel von warm und kalt werden die Venen trainiert: Während die venösen Gefäße bei warmem Wasser weit gestellt sind, müssen sie sich bei kaltem Wasser zusammenziehen und straffen. Das wirkt der Dehnung der Venen entgegen und damit auch der Bildung von Krampfadern. Wer eine Krampfader-Operation hinter sich hat, kann durch Wechselduschen die Neubildung von Varizen verhindern oder zumindest verzögern. Die Kneipp-Anwendungen eignen sich aber auch sehr gut für die Prophylaxe.

Der Knieguss warm und kalt
Zur Gewöhnung empfiehlt sich der wechselwarme Knieguss. Der Duschkopf sollte bei nicht zu hartem Strahl dicht an die Haut gehalten werden. Beginnen Sie – bei bekleidetem Oberkörper – mit warmem Wasser am rechten Fuß, und führen Sie den Strahl an der Außenseite der Wade bis kurz über das Knie. Halten Sie den Strahl so, dass auch die Rückseite der Wade gleichmäßig umspült wird. Dann wird die Innenseite des Beines von oben nach unten in der gleichen Weise geduscht. Mit dem linken Bein verfahren Sie genauso. Dann wird der gesamte Vorgang mit kaltem Wasser wiederholt. Der warme Guss darf pro Bein nur 20 bis 25 Sekunden dauern, den kalten Guss sollten Sie noch schneller beenden. Grundsätzlich gilt: Je kälter das Wasser, desto kürzer der Guss. Wenn Sie nach der Anwendung auch nur leicht frieren, trocknen Sie die Beine ab, ziehen Sie sich warme Strümpfe an, und laufen Sie umher oder: Legen Sie sich hin und decken Sie sich warm zu.

Der Schenkelguss
Beim Schenkelguss werden die Beine – ebenfalls bei bekleidetem Oberkörper – bis zur Hüfte erst mit heißem, dann mit kaltem Wasser umspült. Beginnen Sie wie beim Knieguss. Anschließend führen Sie den Duschkopf jedoch an der Außenseite des Oberschenkels bis an die Hüfte hoch, wo Sie ihn etwa fünf bis zehn Sekunden halten. An der Innenseite des Beines geht es wieder abwärts.

Noch wirksamer: Kälte pur
Heiß-kalte Anwendungen üben starke Reize auf die Venen aus und trainieren sie auf diese Weise. Bei reinen Kälteanwendungen ist die Wirkung noch stärker. Sie verfahren wie bei den Wechselgüssen, nur bleibt das Wasser die ganze Zeit kalt. Sie können die Wirkung noch verstärken, wenn Sie den gesamten Körper duschen – in diesem Fall beginnen Sie mit dem rechten Arm.

Wassertreten nur nach ärztlichem Rat
Wenn Sie sich nach einigen Wochen an die Güsse gewöhnt haben, können Sie mit dem Wassertreten beginnen: Lassen Sie kaltes Wasser bis zur Wadenhöhe in die Badewanne ein und laufen Sie im Storchengang umher, ziehen Sie also bei jedem Schritt den Fuß ganz aus dem Wasser. Bitte vergessen Sie wegen der Rutschgefahr die Gummimatte nicht. Hören Sie auf, sobald die Füße kalt werden.

Voraussetzung fürs Wassertreten sind allerdings gute Durchblutungsverhältnisse in den Beinen. Sprechen Sie deshalb vorher mit Ihrem Arzt.

Wichtig bei Kneipp'schen Anwendungen:
  • Wenden Sie die Wasserbehandlungen allerhöchstens dreimal täglich an. Steigern Sie die Anwendungen nicht zu rasch.
  • Verwenden Sie nur sehr warmes (38 Grad Celsius) oder kaltes (10–16 Grad Celsius) Wasser. Lauwarmes Wasser ist wenig effektiv.
  • Beenden Sie die Anwendung immer mit kaltem Wasser.
  • Die Beine müssen vor Beginn der Anwendung stets warm sein. Auch nach den Wechselduschen sollte sich der Körper wieder schnell erwärmen – Sie können mit Bewegung oder Bettwärme nachhelfen.

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Kompression: Druck auf die Venen verbessert Blutfluss

Die Kompressionsbehandlung ist bei Krampfadern und anderen Venenleiden wie der Thrombose sehr wirksam und gilt als Therapiestandard. Ob die Krampfadern verödet oder operiert wurden – selbst, wenn kein Eingriff nötig ist: Jede Behandlung muss eine gewisse Zeit lang durch die Kompression unterstützt werden. Durch den dosierten Druck auf das Gewebe und die Venen werden Ödeme beseitigt und die Strömungsgeschwindigkeit in den Venen wird verbessert.

Durch den Kompressionsstrumpf oder -verband wird die Krampfader zusammengepresst und verengt. So können die Klappen wieder besser schließen, Blutstauungen werden beseitigt. Außerdem massieren die Strümpfe das Gewebe und unterstützen die Muskelpumpe, was ebenfalls den Blutabfluss aus den Venen fördert. Eine Kompressionsbehandlung ist mit einem Verband und Kompressionsstrümpfen möglich. Kompressionsstrümpfe können auch Krampfadern in der Schwangerschaft verhindern – vorausgesetzt die werdende Mutter trägt sie täglich.

Verband verhindert Thrombosen
Kompressionsverbände sind bei Patienten wenig beliebt, viele tragen sie nur sporadisch. Doch der Verband ist wegen seiner vielfältigen Wirkung unverzichtbar, so kann er zum Beispiel dazu beitragen, eine Thrombose zu vermeiden. Für die Kompressionstherapie gibt es unterschiedliche Verbände:
  • Kurzzugbinden erzeugen einen geringen Ruhedruck, das heißt wenig Druck bei körperlicher Ruhe und einen hohen Arbeitsdruck bei körperlicher Betätigung. Ein Verband mit Kurzzugbinden eignet sich für Menschen, die arbeiten und viel unterwegs sind.
  • Langzugbinden eignen sich, wenn Sie Bettruhe einhalten müssen. Sie erzeugen umgekehrt einen hohen Ruhedruck und einen geringen Arbeitsdruck.
  • Wechselverbände werden täglich gewechselt, Dauerverbände müssen erst nach einer Woche erneuert werden.
Die Art des Verbands und die notwendige Kompressionsstärke legt der Arzt fest. Je akuter und schwerwiegender Ihr Venenleiden ist, desto fester muss der Verband angelegt werden. Wichtig ist, stramm genug zu wickeln. Viele Patienten vergessen dies mit der Zeit und legen den Verband zu locker an. Das ist ein Fehler, weil der Verband dann seine Wirkung verliert. Am besten den Verband noch im Bett sitzend anlegen, weil die Beine zu dieser Zeit am wenigsten belastet sind. Richtig liegt ein Kompressionsverband dann, wenn keine Falten oder Lücken entstehen und der Druck von unten nach oben abnimmt. Eine mögliche Alternative zu den Kompressionsverbänden sind Kompressionsstrümpfe.
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Tipps für Kompressionsstrümpfe

Kompressionsstrümpfe enthalten Gummifäden, die dem Strumpf Elastizität verleihen. Der Druck nimmt von der Knöchelgegend zum Oberschenkel hin ab. Stützstrümpfe haben die gleiche Funktion. Der Druck, der auf das Gewebe ausgeübt wird, ist jedoch geringer als bei Kompressionsstrümpfen. Kompressionsstrümpfe wiederum sind in ihrer Druckwirkung etwas schwächer als Verbände. Dafür sind sie unkomplizierter in der Handhabung und muten gar nicht mehr so altmodisch an: Viele Modelle sehen inzwischen wie normale Strümpfe aus.

Der Druck muss stimmen

Sanitätshäuser bieten Kompressionsstrümpfe in den verschiedensten Ausführungen an: Wadenstrümpfe, Schenkelstrümpfe und Kompressionsstrumpfhosen. Schwangere können spezielle Umstandsstrumpfhosen wählen. Lassen Sie sich Zeit beim Anpassen der Strümpfe. Denn ein Kompressionsstrumpf, der nicht richtig sitzt, ist unbequem. Vor allem aber übt er einen zu niedrigen oder zu hohen Druck auf die Beinvenen aus. So schadet er eventuell mehr, als er nützt. Sollten Sie feststellen, dass Ihre Kompressionsstrümpfe nicht richtig passen, gehen Sie zur Kontrolle noch einmal ins Sanitätshaus oder auch zu Ihrem Arzt. Manchmal ist auch eine Maßanfertigungen möglich.

Kompressionsstrümpfe der Kompressionsklasse I eignen sich für die Dauerbehandlung leichter Krampfadern oder in der Schwangerschaft. Diese leichten Strümpfe werden auch als Stützstrümpfe bezeichnet. Die Kompressionsklasse II wird am häufigsten nach Verödungen oder zur Nachsorge nach Operationen verwendet. Die Kompressionsklasse III, die einen starken Druck ausübt, wird nach einer Thrombose oder bei Lymphstauungen angewandt.

Strümpfe noch vor dem Aufstehen anziehen

Das Anziehen des Kompressionsstrumpfes ist anfangs etwas ungewohnt, aber nach ein paar Tagen wird es Ihnen nicht mehr schwerfallen. Am besten wird der Strumpf schon vor dem Aufstehen im Bett angezogen. So lassen sich Blutstauungen in den unteren Beinvenen verhindern. Damit der Strumpf lange hält: Regelmäßiges Waschen ist wichtig, denn Schweiß, Hautfett sowie schädliche Umweltpartikel lagern sich mit der Zeit in das Strumpfgewebe ein und können die Faser zerstören.
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Weinblätter
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Roter Weinlaub-Extrakt dient zur Behandlung schmerzender, geschwollener Beine.
Blutegel
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Blutegel werden gegen Blutstau und Venenleiden eingesetzt. Die Ringelwürmer (Hirudo medicinalis) sind eine Art Miniapotheke. Ihre Wirksamkeit beruht vermutlich auf den vielen Polypeptiden in ihrem Speichel, die sie beim Saugen ins Blut ihres Opfers abgeben.
Beine im Fußbad
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Kalte Wasserbäder können weit gestellte Venen wieder normalisieren.
Strumpf anziehen
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Kompressionsstrümpfe müssen individuell angepasst werden. Moderne Gewebe lassen sie äußerlich nicht anders als normale, festere Strümpfe erscheinen.